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Lust drauf? Aber sicher!

Von der Pubertät bis zu den Wechseljahren ist Verhütung ein Thema, das nahezu alle Frauen beschäftigt. Wann welche Verhütungsmethode empfehlenswert ist.

Von Mag. Sylvia Neubauer

Sich fallen lassen und Nähe unbeschwert genießen können. Beides funktioniert nur dann, wenn die Lust nicht durch Ängste, etwa vor einer ungewollten Schwangerschaft, gebremst wird. Diese müssen nicht sein. Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten für die Empfängnisverhütung. So einzigartig wie jede Frau ist, so präzise auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist auch das passende Verhütungsmittel zu wählen.

Welche Vor- und Nachteile bergen die einzelnen Verhütungsmethoden im Detail?

HORMONELLE VERHÜTUNGSMETHODEN

Kombinationspille und Gestagenpille
Die Pille besteht aus den beiden weiblichen Geschlechtshormonen Östrogen und Gestagen. Sie unterdrückt den Eisprung und verhindert den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, wodurch sich kein befruchtetes Ei in der Gebärmutter einnisten kann. Das in der Pille enthaltene Ös­trogen beeinflusst allerdings die Blutgerinnung.
Spe­ziell in Kombination mit Rauchen steigt das Thromboserisiko, so der Wiener Gynäkologe Dr. Andreas Nather. Eine reine Gestagenpille erhöht das Thromboserisiko nicht.

Dreimonatsspritze
Ähnlich wie bei der Mini-Pille sorgt das Hormon Gestagen auch bei der Dreimonatsspritze für die Verhütungswirkung. Aus diesem Progesteron-Depot im Muskel wird kontinuierlich eine kleine Menge des Hormons ins Blut abgegeben. Die Dreimonatsspritze ist für Frauen von Vorteil, die eine regelmäßige Einnahmezeit der Pille aufgrund von Schichtdiensten oder Zeitverschiebungen durch Reisen nicht einhalten können. Wie bei allen hormonellen Verhütungsmitteln kann es zu Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme und Kopfschmerzen kommen.

Details zu den weiteren Verhütungsmethoden in der Langfassung:

  • Vaginalring und Verhütungspflaster,
  • MECHANISCHE VERHÜTUNGSMETHODEN,
  • OPERATIVE VERHÜTUNGSMETHODEN

Fachärztlicher Kommentar:


Patientinnen, ihre Partner und wir Ärzte haben alle den gleichen Wunsch.
Verhütung muss

  1. sicher
  2. einfach
  3. gut verträglich
  4. reversibel

und 5. günstig sein.

Das heißt wir ziehen alle am gleichen Strang!

Die erste Frage des Arztes an die verhütungssuchende Patientin ist - was wünschen Sie sich, was sind Ihre Vorstellungen und wann planen Sie die nächste bzw. 1. Schwangerschaft.

Zu den sehr sichereren Verhütungsmitteln zählen die Hormon- bzw. Kupferspiralen, Implanon, 3-Monatsspritze, Pille, Verhütungspflaster und vaginaler Ring.

Zu den mittelmäßig sicheren Methoden gehört das Kondom.

Zu den wenig sicherern Methoden der Coitus interruptus und sogenannte "natürliche" Methoden wie Tage zählen und Selbstbeobachtung (auch vom Computer gestützt)

(Quelle: Verhütungsregister 2019)

Besorgniserregend ist ein zunehmender Trend von den sehr sicheren zu den weniger sicheren Methoden!

Entsprechende Informationen von Seiten des Arztes sollte diesem Trend gegensteuern.

Durch ausführliches Gespräch und ärztlicher Beratung lässt sich sicher für jedes Paar die passende Verhütung finden.

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