Kontrast +

Leitartikel


Liebe Kolleginnen und Kollegen, nach einstimmiger Wahl durch die Kurienmitglieder darf ich mich heute bei Ihnen als  Kurienobmann der Niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer Salzburg vorstellen. Das entgegengebrachte Vertrauen ist eine hohe Vorgabe für die neue Kurienführung mit Hella Spaun und Richard Barta, die wir gemeinsam mit allen weiteren Mitgliedern im bestmöglichen Interesse der niedergelassenen Ärzteschaft erfüllen wollen. Meinem langjährigen Vorgänger Walter Arnberger möchte ich an dieser Stelle herzlich danken. Er hat mit seiner umsichtigen, geschickten und ausgleichenden Arbeit einen stabilen Boden für standespolitische Konstanz und Weiterentwicklung geschaffen. Eine eingehende Würdigung seiner Verdienste finden Sie in diesem Heft.

Als Allgemeinmediziner sehe ich selbstverständlich die Herausforderungen für unser Fach. Schon seit Jahren kennen wir die bisher meist leeren Versprechungen etwa die Aufwertung von Ausbildung, Positionierung oder Anerkennung als Facharzt betreffend. Auch im aktuellen Regierungsprogramm finden sich derartige Aussagen, diesmal allerdings deutlich konkreter als bislang. Weiters ist die Ansage, dass Einschreibemodelle mit Anreizsystemen für die Bevölkerung einzuführen sind, durchaus spannend. Schon jahrelang rege ich diesbezüglich Änderungen der Gesetze an, um beispielsweise Rezeptgebühren und andere Selbstbehalte für derart eingeschriebene Patienten reduzieren zu können oder ihnen Impfungen kostenfrei anzubieten.

In Salzburg pflegen wir traditionell ein Gesprächsklima, das innovative Lösungen gemeinsam mit der Politik, den Sozialversicherungen und der Wissenschaft ermöglicht. So ist es gelungen, dass sich die Situation um die Zukunft der allgemeinmedizinischen und der sonderfachärztlichen Versorgung etwas entspannter als in anderen Bundesländern darstellt. Dennoch sind die Herausforderungen durch die bevorstehenden Pensionierungen sowohl im niedergelassenen Bereich als auch bei der Kollegenschaft in den Krankenhäusern enorm.

In diesem Zusammenhang möchte ich mich bei vielen Bürgermeistern Salzburger Gemeinden bedanken, die für die gesicherte wohnortnahe kassenärztliche Versorgung initiativ gewesen sind. Sie haben damit eine erheblich weitblickendere und verantwortungsvollere Haltung als der Präsident des Österr. Gemeindebundes Riedl an den Tag gelegt, der in seiner Funktion die Gemeinden aktuell auffordert keine finanzielle Unterstützung dafür zu leisten.

Die Attraktivität der ärztlichen Tätigkeit im Sozialversicherungssystem ist dringend weiter auszubauen und darf durch die Zentralisierungsvorgänge keinesfalls unterlaufen werden. Im stationären Bereich ist für wettbewerbstaugliche Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen zu sorgen.

Im Vordergrund bleibt für mich der Einsatz für die niedergelassene Ärzteschaft ohne den Interessenausgleich mit unseren Kolleginnen und Kollegen im angestellten Bereich außer Acht zu lassen. Nur eine geeinte Ärztekammer wird es schaffen, die teils an der praktischen Umsetzbarkeit vorbeigehenden Illusionen der im Gesundheitswesen Mitverantwortlichen zum Vorteil einer effizienten Patientenversorgung zu kanalisieren und für junge Kolleginnen und Kollegen ein attraktives Berufsumfeld zu gewährleisten. Wir wollen in Salzburg weiterhin ein zuverlässiger Partner für eine positive Weiterentwicklung des Gesundheitssystems sein.

Ihr MR Dr. Christoph Fürthauer,

Vizepräsident der Ärztekammer für Salzburg