Leitartikel

Wir verstehen die Verärgerung einer Ärzteschaft angesichts der vielen Schwierigkeiten in diesem Pandemiejahr. Anfänglich keine Schutzausrüstung, widersprüchliche Verordnungen und Regelwerke, teilweise der-Priorisierung-widersprechende  Verfehlungen beim Impfstart wegen mangelhafter Koordinierung von Bund und Land.

Wir verstehen auch die Frustration ob der sich laufend ergebenden Änderungen, Verunsicherungen und zögerlich erfolgenden Informationen bezüglich des Ablaufs für die Impfordinationen, weil für uns in der Ärztekammer sich die vom Bund vorgegebenen Rahmenbedingungen teils mehrfach täglich geändert haben. Dennoch ist der Großteil der in Frage kommenden Kassenordinationen und viele Wahlärztinnen und Wahlärzte weiterhin bereit, mit ihren Praxen die Covid-Impfungen zu organisieren und durchzuführen.

Aufgrund der schon von Beginn an sehr hohen Teilnahmebereitschaft der Ordinationen als Impfstellen zu fungieren, wurde darauf das Salzburger Impfkonzept gegründet.

Genauso hatten wir von Beginn an vereinbart, dass dort, wo sich Ordinationen, aus welchen Gründen auch immer, nicht beteiligen können oder die Zahl der zu bewältigenden Impfungen die Kapazitäten der Ordination übersteigen, durch das Land bedarfsorientiert Impfstraßen eingerichtet werden. Auch hierfür haben bisher nahezu 500 Kolleginnen und Kollegen ihre Mitwirkung als Impfärzte zugesagt.

Wo immer die Impfungen auch durchgeführt werden, derzeit ist jedoch der Impfstoffmangel der vorherrschende Faktor.

Seit Beginn der Lieferungen wurden Woche für Woche weniger Dosen nach Österreich geliefert als jeweils angekündigt worden war. Somit sind Umsetzungen der Empfehlungen des Gesundheitsministeriums auf halben Weg verhungert.

Nun gelingt endlich die Impfung der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte und ihres Ordinationspersonal, was Vielen neuen Mut gibt. Auch der Start der Impfungen der Bevölkerung ist nun greifbar nahe und die Mitwirkung der sie betreuenden Ärztinnen und Ärzte stärkt das Vertrauen und die Bereitschaft zur Impfung.

Ihnen allen, die Sie die vergangenen Monate unter teils widrigsten Bedingungen für Ihre Patientinnen und Patienten gearbeitet haben, sagen wir auf diesem Weg Danke. Wir können Ihnen versichern, dass wir täglich bemüht sind, Ihre Interessen in ihrer Vielfalt bestmöglich zu vertreten.

 

Mit kollegialen Grüßen
 

Ihr MR Dr. Christoph Fürthauer,

Vizepräsident der Ärztekammer für Salzburg