Leitartikel

 


 

Die Reform der Sozialversicherungen wirft ihre ersten Schatten voraus. Entgegen der Versicherungen der Bundesministerin – durch die Fusionen der Krankenkassen werden die Tarife an das höchste Niveau angeglichen und es werde zu keinerlei Verschlechterungen für Kassenärzte kommen – zeigt sich schon bei den ersten Verhandlungen, dass dies nicht so einfach ist. Das Ergebnis der Verhandlungen für die Zusammenführung der SVA (Gewerbe) und SVB (Bauern) zur SVS (Sozialversicherung der Selbständigen) zeigt nämlich, dass sich die Zusammenführung des Honorarkataloges und die Angleichung der Honorartarife auf das höhere Niveau der SVA durchaus schwierig gestaltet.

Die Angleichung der Honorarkataloge und des Honorartarifes soll in zwei größeren und danach kleineren Schritten erfolgen, die sich im schlimmsten Fall bis 2025 in die Länge ziehen könnten. Ein viel zu langer Zeitraum, denn in dieser Zeit verlieren die Länder mit hohem Tarifhonorar durch sogenannte magere Jahre viel zu lange an Substanz, die sich ja zur Attraktivierung der Kassenmedizin ständig verbessern sollte und deshalb nicht für die nächsten fünf Jahre auf Sparschiene laufen kann!

Dabei geht es nicht um ein Jammern auf hohem Niveau, von dem ich überhaupt nichts halte, sondern um ein Mahnen, dass es notwendig ist, in die Kassenmedizin vermehrt zu investieren, um sie attraktiv für junge Kollegen zu machen, die sonst möglicherweise das Ausland attraktiver als die Heimat empfinden. Unter Attraktivirung der Kassenmedizin muss aber neben einer ordentlichen Entwicklung der Honorartarife auch die entsprechende Verbesserung der Arbeitsbedingungen verstanden werden. Daher ist es zusätzlich dringend erforderlich, die ärztlichen Zusammenarbeitsmodelle, von denen wir in Salzburg schon zahlreiche haben und sie auch schön langsam vermehrt umsetzen können, weiterzuentwickeln und zu fördern. Folglich ist mit den Fusionierungen der Sozialversicherungen auch gleichzeitig zu fordern, dass Zusammenarbeitsmodelle gefördert werden und die Synergieabschläge für Gruppenpraxen in jenen Bundesländern, wo es noch solche gibt, wie beispielsweise in Salzburg, weiterhin reduziert bzw. abgeschafft werden.

Das Gleiche gilt für leistungsfeindliche Limitierungen, Staffelgrenzen und Rabattierungen. Eine attraktive Kassenmedizin muss für Kassenärzte Leistungsanreize aufweisen und nicht Beschränkungen. Es ist wichtig, Kassenmedizin attraktiv zu gestalten und deswegen wird man investieren müssen und zwar sowohl in ordentliche Honorartarife als auch in optimale Arbeitsbedingungen!

                   

Ihr VP Dr. Walter Arnberger,
Kurienobmann der niedergelassenen
Ärzte Salzburg,
Vizepräsident der Ärztekammer für Salzburg