Leitartikel

 

In diesen Wochen sollen die Details zum neuen Notarztdiplom erarbeitet werden. Die Umgestaltung der Diplominhalte und der Anforderungen werden von der Standesvertretung kritisch gesehen. Dies zunächst aber keinesfalls, weil wir die Qualitätserfordernisse dieses Leistungssegments unseres Gesundheitssystems gering erachten. Mit dem neuen Konzept droht allerdings, dass uns bei deutlicher Steigerung der Qualität die Absolventen aufgrund der Ausbildungserfordernisse in ausreichender Zahl abhandenkommen. Auf diesen Umstand wurde insbesondere das Gesundheitsministerium leider erfolglos hingewiesen.

Neben dieser versorgungspolitisch bedenklichen Entwicklung erachte ich jedoch auch die Tendenz für fragwürdig, versorgungsrelevante Qualifikationen in das Segment der Diplome auszulagern. Durch diese Vorgehensweise werden de facto formal Ausbildungsinhalte in, von Ärzten zu finanzierende, Qualifikationsmodelle ausgelagert, anstatt sie in den Ausbildungsplänen von Allgemeinmedizinern und Fachärzten unterzubringen. So wird auch bereits über ein weiterführendes Schmerzdiplom diskutiert.

Für die Salzburger Ärztekammer ist allerdings vollkommen klar, dass Ausbildungen mit derartig hoher Versorgungsrelevanz, wie etwa die hier diskutierte Versorgung mit Notärzten, nicht von der Ärzteschaft aus privaten Mitteln zu finanzieren ist. Wir erwarten daher, dass die für die notärztliche Versorgung verantwortlichen Institutionen, das Land und die Krankenhausträger, sowohl die Kosten dieser Ausbildungen übernehmen, als auch den Kolleginnen und Kollegen die für diese Ausbildung erforderlichen Zeiten zur Verfügung stellen. Dies ist nicht nur ein Erfordernis der Fairness, sondern auch der Sicherstellung der zukünftigen notärztlichen Versorgung.

Ich wünsche Ihnen, sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege, auch auf diesem Wege noch einen schönen Sommer und hoffentlich einige erholsame Urlaubstage.

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Ihr Dr. Karl Forstner,

Präsident der Ärztekammer für Salzburg