Kontrast +

Newsarchiv

"COVID-19-Risiko-Attest"

News Folgeseite

Mit 7. Mai 2020 ist die Verordnung des Gesundheitsministeriums zum COVID-19-Risiko-Attest in Kraft getreten. "Covid-19 Risikoatteste" sollen dazu führen, dass Patienten mit Risikovorerkrankungen von ihrem Arbeitsplatz freigestellt werden und letztendlich der Bund den Verdienstentfall übernimmt.

Die Sozialversicherung führt dazu eine auf Medikationskombinationen basierende Vorauswahl durch. Durch diese Vorauswahl werden Versicherte durch den Dachverband der Sozialversicherungsträger per Brief verständigt. In diesem Informationsschreiben werden die Versicherten dazu aufgefordert, sich telefonisch oder per E-Mail bei ihrem behandelnden Arzt zu melden. Diese Beurteilung der individuellen Risikosituation auf der Grundlage der Definition der COVID-19-Risikogruppe und die damit zusammenhängende Ausstellung eines COVID-19-Risiko-Attestes ist aber auch zulässig, wenn die betroffene Person kein Informationsschreiben durch die Sozialversicherung erhalten hat.

Anhand der detaillierten Kenntnisse der Krankengeschichte sowie der durch die Verordnung verbindlich gemachten Empfehlung, wird die Risikoanalyse durch den behandelnden Arzt durchgeführt, wenn möglich telefonisch, und sollte sich dabei herausstellen, dass für den Patienten ein erhöhtes persönliches Risiko besteht, wird das ofizielle "COVID-19-Risiko-Attest" ausgestellt. Dieses Attest können Patienten ihrem Arbeitgeber vorlegen und mit diesem gemeinsam abklären, ob die Arbeit von zu Haus aus erledigt werden kann (Homeoffice) oder ob sie mit anderen (zusätzlichen) Maßnahmen vor einer Ansteckung geschützt werden können.

Wenn der Arbeitgeber diese Bedingungen nicht gewährleisten kann, hätte der Patient Anspruch auf Arbeitsfreistellung.

Ausstellung eines ärztlichen "COVID-19-Attests"

Bei der Ausstellung ist folgendes zu beachten:

  • Grundvoraussetzung für die Ausstellung eines "COVID-19-Risiko-Attests" ist die Durchführung einer individuellen Risikoanalyse bei dem Patienten anhand der Empfehlung.
  • Das Attest muss eindeutig erkennen lassen, dass es sich um ein offizielles "COVID-19-Risiko-Attest" handelt.
  • Ein solches darf ab dem Stichtag der Kundmachung der Empfehlung ausgestellt werden.
  • Es soll den Schutzbedarf bestätigen, aber keine Diagnose oder Hinweise auf bestimmte Erkrankungen enthalten.
  • Patienten, insbesondere Krebspatienten, die von der Sozialversicherung kein Informationsschreiben erhalten haben oder eines oder mehrere der in der Empfehlung aufgelisteten Kriterien aufweisen, haben ebenfalls Anspruch auf die Ausstellung eines "COVID-19-Risiko-Attests".

Umgang mit bisher ausgestellten Attesten

Ärztliche Atteste, die vor dem genannten Stichtag ausgestellt wurden, sind nicht mit den "COVID-19-Risiko-Attesten" gleichzusetzen. Die betroffenen Personen sollen mit Ihnen, als ihren behandelnden Arzt, Kontakt aufnehmen und von Ihnen (wenn nötig im Rahmen einer neuerlichen individuellen Risikoanalyse) abklären lassen, ob ein "COVID-19-Risiko-Attest" auszustellen ist.

Welche Personen zählen zur COVID-19-Risikogruppe?

Die COVID-19-Risikogruppe-Verordnung listet die medizinischen Gründe (Indikationen) für die Zugehörigkeit einer Person zur COVID-19-Risikogruppe. Auf Grundlage dieser Indikationen darf eine Ärztin/ein Arzt ein COVID-19-Risiko-Attest ausstellen.

Die medizinischen Hauptindikationen sind:

  • fortgeschrittene chronische Lungenkrankheiten, welche eine dauerhafte, tägliche, duale Medikation benötigen
  • chronische Herzerkrankungen mit Endorganschaden, die dauerhaft therapiebedürftig sind, wie ischämische Herzerkrankungen sowie Herzinsuffizienzen
  • aktive Krebserkrankungen mit einer jeweils innerhalb der letzten sechs Monate erfolgten onkologischen Pharmakotherapie (Chemotherapie, Biologika) und/oder einer erfolgten Strahlentherapie sowie metastasierende Krebserkrankungen auch ohne laufende Therapie
  • Erkrankungen, die mit einer Immunsuppression behandelt werden müssen
  • fortgeschrittene chronische Nierenerkrankungen
  • chronische Lebererkrankungen mit Organumbau und dekompensierter Leberzirrhose ab Childs-Stadium B
  • ausgeprägte Adipositas ab dem Adipositas Grad III mit einem BMI >= 40
  • Diabetes mellitus
  • arterielle Hypertonie mit bestehenden Endorganschäden, insbesondere chronische Herz- oder Niereninsuffizienz, oder nicht kontrollierbarer Blutdruckeinstellung.

Daneben können auch andere, ähnlich schwere Erkrankungen mit funktionellen oder körperlichen Einschränkungen einen besonderen Schutz durch ein COVID-19-Risiko-Attest begründen.

Weitere Informationen zum COVID-19-Risiko-Attest finden Sie auch unter https://www.sozialministerium.at/Informationen-zum-Coronavirus/Coronavirus---Haeufig-gestellte-Fragen/FAQ--Risikogruppen.html sowie auf unserer Homepage im ärzteinternen Bereich unter https://www.aeksbg.at/arztinfo/aerzteservice/faq-covid-19/faq-covid-19-risiko-attest, dort finden Sie auch den Dokumentationsbogen, das Muster-Attest sowie die Empfehlung des Gesundheitsministeriums zur Erstellung einer individuellen COVID-19 Risikoanalyse bezüglich eines schweren Krankheitsverlaufs u.v.m.