Apotheken fehlen Qualitätsgrundlagen für Impfungen

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Salzburger Impfstrategie: Der Wunsch der Apothekerkammer, Impfungen in Apotheken zu verabreichen, wird von der Ärztekammer für Salzburg entschieden zurückgewiesen.

(1.3.2021 – Salzburg) – „Großer Unsinn wird, auch wenn noch so oft vorgebracht, nicht richtiger“, so Ärztekammer-Vizepräsident und Obmann der niedergelassenen Ärzte Salzburgs, MR Dr. Christoph Fürthauer. „In Österreich ist das Impfen als körperlicher Eingriff aus gutem Grund Ärztinnen und Ärzten bzw. deren Anordnungs- und Aufsichtspflicht unterstellt. Dafür sind die Patientensicherheit und Ausbildungserfordernisse die Qualitätsgrundlagen“, so Fürthauer weiter.

Wenn die Apotheker schon die Impfbereitschaft der Bevölkerung heben wollen, sollen sie sich etwas zur Preisgestaltung von Impfstoffen überlegen. Denn warum müsse zum Beispiel ein Grippeimpfstoff, der um unter € 10,- eingekauft wird, zum ‚Aktionspreis‘ von € 16,90 an die Bevölkerung weitergegeben werden?

„€ 7,- für`s Schachterl aus dem Kühlschrank geben! Das Arzthonorar von der Krankenkasse für das Grippeimpfen inklusive Aufklärung, Dokumentation etc. von € 10,90 ist da schon eher ein Sozialtarif im Sinne der Gesundheitsvorsorge“, so Fürthauer.

„Der Gipfel an Gewinnstreben aus der Corona-Krise war erst kürzlich die Forderung der Apotheken, für die Weitergabe von COVID-Impfstoffen an die Impfstellen € 6,- pro Fläschchen zu verlangen“, fasst Fürthauer zusammen. Soweit sei es her mit dem selbstlosen Einsatz für das Gemeinwohl.

Bezüglich der Forderung nach Impfungen in Apotheken lasse dies nur einen Schluss zu: „Offensichtlich muss alles versucht werden, um die Kundenfrequenzen zu heben, damit neben den von Ärztinnen und Ärzten verordneten Rezepten und einigen wissenschaftlich fundierten rezeptfreien Medikamenten auch noch mehr von medizinisch nur zweifelhaft belegten, dafür aber im Verkauf zum bekannten ‚Apothekerpreis‘ sehr lukrativen Mittelchen an die Frau und den Mann gebracht werden können“, so Fürthauer abschließend.