Sportärztereferat

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auf der wir Sie über unsere aktuellen Veranstaltungen laufend informieren dürfen.

Anregungen und Anfragen nehmen wir jederzeit gerne entgegen:

E-Mail: thomas@dr-sinnissbichler.at
oder über das Sportärztereferat in der Ärztekammer direkt:

E-Mail: boehm@aeksbg.at
Tel.: 0662 / 871 327-120 DW (Hr.Böhm)

Sporttauglichkeits-Untersuchung

Sporttauglichkeitsuntersuchung im Kindes- und Jugendalter  (3.4MB)

Autoren: Holger Förster, Thomas Sinnißbichler, Josef Niebauer und Alfred Aigner; veröffentlicht im med.ium 7+8 2012

Sporttauglichkeitsuntersuchungen

Der Salzburger Fussballverband und die Ärztekammer für Salzburg empfehlen zur Durchführung der Sporttauglichkeitsuntersuchung für Fussball-Nachwuchsspieler, also Kinder & Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr, die Verwendung des sogenannten "Förster-Bogens" inklusive Ruhe-EKG. Das empfohlene Honorar beträgt € 35,- (Der Salzburger Fussballverband rückerstattet den Vereinen/Eltern € 10,- für jede Untersuchung).
 

Besonderheiten des kindlichen EKG's

Die maximale Herzfrequenz kann altersabhängig bis über 220 pro Minute reichen. Eine erhöhte Herzfrequenz-Variabilität kann gelegentlich sogar als Rhythmusstörung imponieren. Die QRS-Achse liegt typischerweise bei 0 – 90°. Negative T sind häufig in V1 und 2 aber auch noch bis V4 zu sehen

 

NORMWERTE ÜBERNOMMEN AUS H. GUTHEIL, KINDER-EKG

P

max.

0,08 s

0,08 s

PQ

max.

0,15 – 0,17 s

0,18 – 0,21 s

 

min.

0,09 s

0,10 s

QRS

max

0,08 s

0,09 – 0,10 s

QTc

max.

0,44 s

 



Der Sokolowindex hat bei Kindern keine Bedeutung, vielmehr wird altersspezifisch die Höhe der R- und S-Zacke in V6 beurteilt:

Alter (J) 

R-Zacke (mm)

S-Zacke (mm)

5 – 8 25,5 5,5
6 – 12 23,5 3,5
12 – 16 19,5 5,5

 

Im Übrigen gelten die gleichen Bewertungskriterien wie bei den Erwachsenen. Herauszugreifen ist das Long QT-Syndrom, das immer wieder zu diagnostischen Problemen führt. Üblicherweise wird eine korrigierte QT-Zeit nach der Bazett-Formel errechnet, die bei einem Wert über 0,44 für Knaben und 0,45 für Mädchen als pathologisch gilt.


Anhand folgender Tabelle lässt sich die Wahrscheinlichkeit für echte pathologische Zustände erheben:

Unter 1 gering, 2 - 3 möglich, über 4 wahrscheinlich
QTc > 0,48 3
QTc 0,46 – 0,47 2
QTc 0,44 – 0,45 1
Torsade de pointes 2
T-Wellen Alternans 1
Gekerbte T in 3 Abl 1
Sinusbradykardie 0,5
Synkope bei Stress 2
Synkope ohne Stress 1
Angeb. Innenohrschwerhörigkeit 0,5
LQTS in Familie  1
Ungeklärte Todesfälle < 35 J 0,5



Bei den hereditären Long-QT-Syndromen (Romano-Ward [ohne Taubheit] bzw. Jervell-Lange-Nielsen [mit Taubheit]) bestehen zusätzliche Komplikationsmöglichkeiten wie Kammertachykardien (Torsade de points) bis zu Synkopen und Tod.


Literatur, Normwerte beim Verfasser.