Lehrpraxis

Lehrpraxis neu Allgemeinmedizin

Rahmenbedingungen für Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung zur Allgemeinmedizin

 

05. Juli 2018

Finanzierung und Förderung der verpflichtenden Lehrpraxis-ausbildung in Allgemeinmedizin


 

Die Absolvierung der Lehrpraxis (6 Monate im Gebiet Allgemeinmedizin) ist verpflichtend für alle Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin nach ÄAO 2015 (neues Ausbildungssystem). Die Absolvierung der 6-monatigen Lehrpraxis hat am Ende der Ausbildung nach Absolvierung der 9-monatigen Basisausbildung und des 27-monatigen Spitals-Curriculums statt zu finden.

Die Lehrpraxis-Ausbildung kann nur in einer Lehr(gruppen)praxis erfolgen, die auf Grundlage eines Bescheides der Österr. Ärztekammer dafür (nach ÄAO 2015) anerkannt worden ist. Interessenten, die noch keine LP-Bewilligung beantragt haben, sollen dies umgehend nachholen. Alle Infos zur Antragstellung finden Sie auf unserer Webseite www.aeksbg.at/lehrpraxis .

Weiters müssen LP-Inhaber einen Einzelvertrag mit der SGKK (bzw. den Kassen) auf Basis des Bundesgesamtvertrages und der Ländervereinbarung der KNÄ mit den Kassen (und dem Land) abschließen. Die Ländervereinbarung wird gerade finalisiert und wird dazu noch eine gesonderte Information (Rundschreiben) erfolgen.

Der Förderung erfolgt im Salzburger Modell nur, wenn der/die auszubildende Arzt/Ärztin weiter in einer als Ausbildungsstätte für Allgemeinmedizin anerkannten Krankenanstalt angestellt bleibt und für den Umfang der Lehrpraxisausbildung an die Lehr(gruppen)praxis dienstzugeteilt wird.

Während der Lehrpraxis wird das Gehalt des Ausbildungsarztes von der zuteilenden Ausbildungsstätte (Krankenhaus/Dienstgeber) weiter bezahlt. Jedenfalls für 30 Wochenstunden Lehrpraxis aliquot. In den meisten Fällen wird darüber hinaus mit dem Krankenhaus die Absolvierung der restlichen 10 Wochenstunden (d.h. auf Vollzeit 40h) im Rahmen der Normalarbeitszeit bzw. im Rahmen von Nachtdiensten vereinbart. Grundlage ist die Dienstzuteilungsvereinbarung zwischen Krankenhaus, Lehrpraxisinhaber und Ausbildungsarzt/Ärztin.

Der Umfang der Förderung (=Finanzierung des Gehaltes) bezieht sich auf Stundenausmaß von 30 Stunden pro Woche. Als Bemessungsgrundlage wird das aktuelle Gehalt des Ausbildungsarztes im Krankenhaus bei Dienstzuteilung (Grundgehalt und alle fixen Gehaltsbestandteile sowie Lohnnebenkosten) herangezogen.

Die Kosten für die Finanzierung der Lehrpraxiszeit werden von Bund, Ländern, Sozialversicherung und Ärzteschaft getragen.

Rechtsgrundlagen: § 7 Abs. 4 Ärztegesetz sowie ÄAO 2015 und KEF-RZ-VO.

Link zu den Ausbildungsinhalten Allgemeinmedizin neu sowie Rasterzeugnissen:
http://www.aerztekammer.at/allgemeinmedizin2015

 

Fragen und Antworten zur Lehrpraxis

1. Wer muss eine Lehrpraxis absolvieren und wie lange dauert diese Zeit?

Alle Ausbildungsärztinnen und Ausbildungsärzte der Allgemeinmedizin (nach ÄAO 2015) am Ende der Ausbildung im Fachgebiet Allgemeinmedizin in der Dauer von sechs Monaten.

Das Vorliegen der Voraussetzung „Ende der Ausbildung" ist von der Ärztekammer bei Antragstellung durch die Ausbildungsstätte 6 Monate vor geplantem Beginn zu prüfen. Bis dahin müssen der Abschluss der 9-monatigen Basisausbildung und von zumindest 21 Monaten Spitalsturnus durch Rasterzeugnisse von der Ausbildungsärztin / dem Ausbildungsarzt nachgewiesen werden können.

Ausbildungsärztinnen und Ausbildungsärzte nach der „alten" Ausbildungsordnung (ÄAO 2006), die ebenfalls noch eine geförderte (= finanzierte) Lehrpraxis absolvieren möchten, können dies durch den (zu beantragenden) Umstieg in die ÄAO 2015 ermöglichen. Alle Infos für den Umstieg auf
http://www.aerztekammer.at/anrechnung-auf-aao-2015 .


2. Wie komme ich als Ausbildungsarzt/Ausbildungsärztin zu einer Lehrpraxis-stelle?

Die Ausbildungsärztin / der Ausbildungsarzt (= Lehrpraktikant/in) bewirbt sich zeitgerecht bei einem Lehrpraxisinhaber um eine Lehrpraxisstelle, um allfällige Stehzeiten zwischen abgeschlossenem Curriculum im Krankenhaus und dem Beginn der Lehrpraxis zu vermeiden.

Der Lehrpraxisinhaber und die/der Lehrpraktikant/in können sich eigen-verantwortlich um das Zustandekommen bemühen. Auf der Homepage der Ärztekammer für Salzburg ist ein Verzeichnis über alle bewilligten Lehrpraxen abrufbar unter
www.aeksbg.at/lehrpraxis oder auf
http://www.aerztekammer.at/ausbildungsstattenverzeichnis .

Das Lehrpraxisreferat der Ärztekammer für Salzburg ist gerne bei der Vermittlung einer Lehrpraxisstelle behilflich. Wenden Sie sich dazu an:

 - Frau Dr. Johanna DOLCIC, johanna.dolcic@gmail.com oder
 - Frau Andrea GRUBINGER, grubinger@aeksbg.at oder 0662/871327-127

Die Antragstellung für die Förderung (=Finanzierung) der konkreten Lehrpraxis erfolgt durch die jeweilige Ausbildungsstätte (Krankenhaus/Dienstgeber) bei der Ärztekammer für Salzburg rechtzeitig 6 Monate vor dem geplanten Beginn. Nach Prüfung der Voraussetzungen leitet die Ärztekammer für Salzburg den Antrag an das Amt der Salzburger Landesregierung (Abt. 9 Gesundheitswesen) weiter.


3. Was sind die Qualitätsmerkmale des Salzburger Modells Allgemeinmedizin?

 + Mentoren-Programm

Für alle Ausbildungsärzte und Ausbildungsärztinnen, die ihre Ausbildung zum Arzt für AM ab Jänner 2019 beginnen, ist bereits zu Beginn der AM-Ausbildung die Vermittlung (Zuweisung) eines LP-Inhabers geplant, der von da auch als Mentor fungieren soll und den Ausbildungsarzt / die Ausbildungsärztin während des gesamten Curriculums begleitet (sog. Mentoren-Programm). Demnach sind pro allgemeinmedizinischem Lehr-Arzt meist 2 bis 3 Turnusärzte für die Mentoren-Treffen vorgesehen. In diesen Treffen wird u.a. über Patientenfälle sowie deren Lösungsansätze aus allgemeinmedizinischer und intramuraler Sicht diskutiert und allfällige Fragen der Jungkollegen an den erfahrenen Allgemeinmediziner geklärt. Es hat sich im Pilotprojekt gezeigt, dass dieses frühzeitige Kennenlernen zusätzlich zum edukativen Effekt des Mentorings ein frühes Sensorium für das nachhaltige Zusammenstimmen von Lehrpraxisleiter und Turnusarzt ist. Somit ist in Fällen von persönlichen Dissonanzen schon vor Antritt der Lehrpraxiszeit ein Wechsel des Lehrarztes möglich. Pro Jahr sind 8 Mentoren-Treffen pro Lehr-Arzt vorgesehen.

 + Begleitlehrgang Ausbildung für Allgemeinmedizin der PMU

Das Institut für Allgemein-, Familien- und Präventivmedizin der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) hat in Zusammenarbeit mit der Salzburger Gesellschaft für Allgemeinmedizin (SAGAM) und dem Lehrpraxis-Referat der Ärztekammer Salzburg den Begleitlehrgang Allgemeinmedizin entwickelt und organisiert diesen. Er bildet eine wichtige Grundlage, um auch während der Rotation durch die verschiedenen Fachabteilungen den allgemeinmedizinischen Blickwinkel nicht zu verlieren und Fragestellungen aus der hausärztlichen Versorgung zu besprechen. Zusätzlich wird durch den Austausch die professionelle Entwicklung gefördert und die Möglichkeit der Vernetzung geboten. Die Begleitseminare bieten damit eine fachliche Heimat während des Spitalsturnus.

Insgesamt werden 18 verschiedene Seminartage mit hausärztlich relevanten Themen über 3 Jahre wiederholt angeboten. Im Laufe der gesamten Ausbildungsdauer, sollte die Möglichkeit bestehen, etwa 80% der Seminartage zu  besuchen. Das Begleitprogramm Allgemeinmedizin wird gefördert durch das Land Salzburg und die Salzburger Gebietskrankenkasse.
 

4. Wie sieht die dienstrechtliche Gestaltung aus?

In Salzburg erfolgt die Abwicklung über den Dienstgeber, d.h. die Ausbildungsärztin /der Ausbildungsarzt wird im Rahmen ihres/seines Dienstverhältnisses zum Krankenhaus einer Lehrpraxis im niedergelassenen Bereich dienstzugeteilt. Dies ändert allerdings nichts daran, dass sich der Turnusarzt (Lehrpraktikant) eigenverantwortlich um eine Lehrpraxisstelle bewerben muss.

Die wechselseitigen Rechte und Pflichten werden in einer unterschriebenen Vereinbarung zw. Dienstgeber, Lehr(gruppen)praxisinhaber und Ausbildungsärztin /-arzt festgelegt.


5. Welche finanzielle Abgeltung (Entgelt) gibt es während der Lehrpraxiszeit?

Durch die Dienstzuteilung tritt in der dienst- und besoldungsrechtlichen Stellung (z.B. persönliche Gehaltseinstufung) der Ausbildungsärztin /des Ausbildungsarztes – mit Ausnahme einer allfälligen auf das tatsächliche Beschäftigungsausmaß angepassten aliquoten Entlohnung – keine Änderung ein.

Das Dienstverhältnis bleibt aufrecht, das Beschäftigungsausmaß wird allenfalls auf das für Lehrpraxen gesetzlich vorgeschriebene Beschäftigungsausmaß von max. 30 Wochenstunden angepasst oder die Ableistung der restlichen 10 Wochenstunden im Krankenhaus (einschließlich etwaiger Mehrdienstleistungen) vereinbart.

Für die Zeit der Lehrpraxis wird zwischen dem Krankenhaus und dem Lehrpraktikanten eine gesonderte befristete vertragliche Vereinbarung getroffen.


6. Kann ich während der Lehrpraxiszeit auch im Krankenhaus arbeiten?

Dienstgeber und Lehrpraktikant/in sollen vereinbaren, dass die/der Lehrpraktikant/in während der Dienstzuteilung weiterhin auch beim Dienstgeber tätig ist, z.B. zur Ableistung von Normalarbeitszeit, Leistung von Nachtdiensten, etc. Allfällige Überstunden sind gesondert von jener Stelle abzugelten, welche die Überstunden angeordnet hat.

Auf die Einhaltung der arbeitszeitrechtlichen Vorschriften ist jedenfalls zu achten.


7. Welche Pflichten/Rechte habe ich als Lehrpraktikantin/Lehrpraktikant?

Die gegenseitigen Rechte und Pflichten sind in der jeweiligen Dienstzuteilungs-vereinbarung geregelt, z.B. Urlaubs- oder Krankenstandmeldung und dgl. .


8. Wohin kann ich mich bei Fragen zur Lehrpraxis wenden?

Ansprechperson in der Ausbildungsstätte ist jeweils die Ärztliche Direktion.

Ansprechperson in der Ärztekammer für Salzburg:
Andrea GRUBINGER, Tel.: 0662/871327-127, E-Mail: grubinger@aeksbg.at oder
Dr. Johannes BARTH, Tel. 0662/871327-0. E-Mail: barth@aeksbg.at .

 

 

 


Downloads

Vereinbarung über die Auswahl geförderter Lehr(gruppen)praxen gemäß § 12 Lehrpraxen-Gesamtvertrag  (155.6KB)

abgeschlossen zwischen Land Salzburg, den Trägern der sozialen Krankenversicherung im Bundesland Salzburg und der Ärztekammer für Salzburg.

Rundschreiben Lehrpraxis Einzelvertrag  (87.8KB)

Rundschreiben vom 6.11.2018 betreffend dem Einzelvertrag für die Lehrpraxis

Lehrpraxis-Gesamtvertrag  (593.3KB)

abgeschlossen zwischen BKNÄ und Hauptverband vom 31.3.2017

Lehrpraxis Dienstzettel  (76.7KB)

...

Lehrpraxis NEU und Bewilligungsantrag  (86.2KB)

Rundschreiben, 01. Juni 2017