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Alle einschlägigen Untersuchungen zeigen es - die Verfügbarkeit und Qualität des Gesundheitssystems hat für unsere Bevölkerung einen hohen Stellenwert. Dennoch werden bei der anstehenden Nationalratswahl die Positionen der wahlwerbenden Parteien auch in vielen anderen Politikfeldern für die Wahlentscheidung maßgeblich sein. Ärztinnen und Ärzte werden den gesundheitspolitischen Konzepten in ihren Überlegungen wohl einen höheren Stellenwert zumessen. Immerhin geht es doch sehr unmittelbar um die Zukunft unserer Arbeitswelt. Um Sie in der gesundheitspolitischen Orientierung zu unterstützen, haben wir wahlwerbenden Parteien vier kurze Fragen zu derzeit aktuellen Problemfeldern vorgelegt. Ärztemangel, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Kassenreform und Arbeitszeitgesetz waren die Themen und erfreulicherweise haben alle adressierten Gruppen in der erbetenen Kürze geantwortet (siehe Seite 12 f.).

Ich werde es jetzt an dieser Stelle natürlich unterlassen, die Vorstellungen der Parteien zu kommentieren oder gar zu werten. Aber einige Anregungen zur Analyse der Antworten erlaube ich mir anzumerken.

„Ärztemangel" ist in der Politik wohl angekommen. Aber prüfen Sie bitte in den Antworten, ob hier die Dimension richtig verstanden wird. Ist den Antworten zu entnehmen, dass es sich nicht um ein isoliert österreichisches, sondern zumindest um ein europäisches Problem handelt? Wird erkannt, dass in den nächsten Jahren alle Segmente der ärztlichen Versorgung und damit auch Krankenhäuser aus Gründen der Demographie in erhebliche Mangelsituationen laufen werden? Prüfen Sie bitte die jeweiligen Lösungsansätze.

Die Problematik der Vereinbarkeit von Familie und Beruf betrifft sicherlich nicht nur die Ärzteschaft. Lassen die Antworten aber erkennen, dass die Spezifika ärztlicher Dienstmuster verstanden werden?

Homogenisierung hinsichtlich sowohl der Leistungs- als auch Honorarkataloge ist ein Ziel der ÖGK. Erkennen Sie den politischen Willen, regionales Gestaltungspotential auch budgetär zu ermöglichen? Wird bei einer Honorarnivellierung das Potential eines Versorgungsdefizits in Betracht gezogen?

Die überwiegende Ablehnung einer Aufweichung des Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetzes ist der Politik bekannt. Anerkennen die Parteien diese Haltung der Spitalsärzte in ihren Antworten? Spielt in den Antworten Arbeitszufriedenheit eine Rolle?

„Choosing wisely" steht in der Medizin für eine sehr ernst zu nehmende Initiative zur Vermeidung von Unter- oder Überversorgung. Die diesbezüglichen Konzepte für die Auswahl diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen sind tief durchdacht und wohl begründet. Ich wünschte, ich könnte meine Wahlentscheidung am 29.9. auf gleich sicheren Grund stellen.

 

Ihr Dr. Karl Forstner,

Präsident der Ärztekammer für Salzburg

 

 

 

 

 

Don´t smoke - Volksbegehren

Landtagswahl in Salzburg

Gesundheitspolitische Fragen an die wahlwerbenden Parteien zur nationalratswahl 2019

 

Wir haben zur Orientierung für die Mitglieder der Salzburger Ärztekammer an die wahlwerbenden Parteien einen gesundheitspolitischen Fragenkatalog gerichtet. Wir wollten nämlich wissen, wie die Parteien explizit zu konkreten Problemen im Gesundheitswesen stehen. Es geht um so heikle Themen wie den Ärztemangel, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Zentralisierungen im Gesundheitssystem und dem damit verbundenen Verlust der regionalen Vertragshoheit sowie um das Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz.

Sie finden die Antworten der Parteien in der aktuellen Ausgabe des med.ium als Download hier > med.ium 9 2019 ab Seite 12.

In seinem Editorial "Choosing wisely" erlaubt sich Präs. Dr. Karl Forstner, einige Anregungen zur Analyse der Antworten anzumerken.