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Der politische Diskurs in der Salzburger Gesundheitspolitik dreht sich beim Thema Spital wieder einmal um Geld und Gerechtigkeit. Abermals hat man die ärztlichen Sondergebühren für die Behandlung in der Sonderklasse als Geldquelle für nichtärztliche Berufe auserkoren. Was viele nicht wissen: Von den mit dem Verband der privaten Krankenversicherer ausgehandelten Tarife legt der Gesetzgeber fest, dass mehr als 50 % dem Krankenhausträger zukommen. Exakt 47 % werden in Salzburg vom ärztlichen Honorar abgezogen und zusätzlich gehen über die sogenannten Hotelkomponente hohe Euro Beträge in die Kassen der Klinikbetreiber. In anderen Bundesländern sind die sogenannten Hausanteile, nämlich die Abzüge vom ärztlichen Honorar, deutlich geringer als in Salzburg – etwa in Wien nur 12 % und im Burgenland gar nur 5 %. Im Land Salzburg wird auf die ärztlichen Honorare ungeniert zugegriffen. Sollte nun auch das übrige Personal von diesen Geldern einen Teil erhalten, sei die Frage erlaubt, was bisher mit diesen Beträgen finanziert wurde. Ein Teil geht unter im allgemeinen Budget des Spitals für die Finanzierung von Geräten. Was mit dem Rest und was mit den mehreren 100,- € pro Tag aus der Hotelkomponente passiert, bleibt unklar.

*„Ein Schelm, wer Böses dabei denkt."

Wartelisten, die zu mehr Transparenz führen sollen, werden nun für bestimmte Operationen auch in Salzburg publiziert. Dass auch in unserem Gesundheitssystem die Ressourcen begrenzt sind, wird niemand bezweifeln. Ebenso zwecklos wäre es, zu leugnen, dass in Österreich bei Wartezeiten - und nur bei diesen! - eine Mehrklassenmedizin herrscht. Allein wegen der Existenz von Privatkliniken fehlt ein Gleichmaß der Wartezeiten auf bestimmte Leistungen. Und da wären wir wieder bei dem für Sonderklasse versicherten Patienten. In öffentlichen Häusern nur die Wartezeit als wichtigsten Parameter anzusehen, greift jedenfalls zu kurz. Mit dem finanziellen Einsatz von Privatpatienten in der Sonderklasse werden - siehe oben – viele Leistungen für die Allgemeinheit finanziert, die sonst wiederum der Steuerzahler zu tragen hätten – nämlich wir alle.

 

Ihr Priv. Doz. Dr. Jörg Hutter,

Vizepräsident der Ärztekammer für Salzburg

 

 

 

 

 

Don´t smoke - Volksbegehren

Landtagswahl in Salzburg

Gesundheitspolitische Fragen an die wahlwerbenden Parteien zur nationalratswahl 2019

 

Wir haben zur Orientierung für die Mitglieder der Salzburger Ärztekammer an die wahlwerbenden Parteien einen gesundheitspolitischen Fragenkatalog gerichtet. Wir wollten nämlich wissen, wie die Parteien explizit zu konkreten Problemen im Gesundheitswesen stehen. Es geht um so heikle Themen wie den Ärztemangel, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Zentralisierungen im Gesundheitssystem und dem damit verbundenen Verlust der regionalen Vertragshoheit sowie um das Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz.

Sie finden die Antworten der Parteien in der aktuellen Ausgabe des med.ium als Download hier > med.ium 9 2019 ab Seite 12.

In seinem Editorial "Choosing wisely" erlaubt sich Präs. Dr. Karl Forstner, einige Anregungen zur Analyse der Antworten anzumerken.