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Zu wenig Mut bei der Gesundheitsplanung

Land Salzburg und Salzburger Gebietskrankenkasse planen medizinische Versorgung im Bereich der niedergelassenen Kassenärzte bis 2025. Daraus soll der ‚regionale Strukturplan Gesundheit‘ entstehen.

(2.8.2018 – Salzburg) – „Obwohl die Salzburger Ärztekammer nicht Mitglied der Landeszielsteuerungskommission ist, wurde sie von den Partnern Land Salzburg und SGKK transparent in die Planungen zum ‚regionale Strukturplan Gesundheit‘ eingebunden. Das wissen wir grundsätzlich zu schätzen", so Salzburgs geschäftsführender Ärztekammer-Vizepräsident und Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte, Dr. Walter Arnberger, der jedoch eine strukturierte Einbindung der Ärztekammer in die Zielsteuerung grundsätzlich urgiert.

„Um die Spitäler zu entlasten, haben wir versucht, gerade in den Fachdisziplinen mit tatsächlich langen Wartezeiten für Patientinnen und Patienten den aktuellen Ärztestand zu halten. Positiv ist daher hervorzuheben, dass in dem uns seit Kurzem bekannten Diskussionsentwurf zumindest keine Reduktion von Kassenstellen mehr vorgesehen ist, sondern in manchen Sonderfächern bereits zusätzliche fachärztliche Stellen angedacht werden", so Arnberger weiter.

Es gebe allerdings markante Schwachstellen in den Plänen. So sei die in dieser Soll-Planung dargestellte hohe Bettendichte in Salzburg ein Beleg für die Spitalslastigkeit und bestärke die Kritik der Ärzteschaft, dass die vorgelegte Planung bislang nicht ausreichend die in allen Arbeitsprogrammen - Bundesregierung wie Landesregierung - betonte Stärkung des niedergelassenen Bereiches berücksichtige. Hier sei der Plan bislang wenig ambitioniert beziehungsweise wirke er mutlos.

„Es fehlt aus unserer Sicht gänzlich das Aufzeigen der Vorteile von Gruppenpraxen-Strukturen im kassenfachärztlichen Bereich - gerade zur Entlastung von Spitalsambulanzen. In diesem Sinn haben wir vorgeschlagen, bei Fachärzten flexibel einsetzbare zusätzliche Stellen vorzusehen, die ausschließlich für die Erweiterung bestehender Einzelpraxen zu Gruppenpraxen zur Verfügung stehen sollen und von interessierten Kassenärztinnen und -ärzten über die Ärztekammer und die SGKK abgerufen werden können. Neue Kooperationsformen erscheinen uns neben der Stärkung der die Versorgung tragenden Einzelpraxen sowohl von Seiten des Versorgungsbedarfs als auch von Seiten der nachrückenden Ärzteschaft unverzichtbar", so Arnberger.

Dies gelte auch für die Entwicklung der Primärversorgung, wo eine Weiterentwicklung aus den bereits bestehenden Einzelpraxen in Kooperationsformen und letztlich auch Primärversorgungseinheiten (PVE) - seien es Netzwerke oder auch Zentren - vorgesehen werden sollte. Zu vermeiden sei, dass durch zusätzliche Stellen ausschließlich für PVE‘s in ohnehin gut versorgten Regionen Parallel- und Doppelstrukturen entstünden. Dadurch würde gerade in ländlichen Gemeinden die durchaus heute schon schwierige Nachbesetzungssituation noch verstärkt werden.

„Wir sind zutiefst davon überzeugt, dass wir schrittweise in diese Richtung entwickeln müssen, im Einklang mit unseren Kassenärztinnen und -ärzten", so Arnberger abschließend.

 


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