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Patientenschutz statt Fließbandabfertigung

Keine OP-Wartelisten in Salzburg: LHSTV. Stöckl setzt Gesetz nicht um und sieht Ärztearbeitszeit als Hinderungsgrund für kurzfristige oder zusätzliche Operationstermine. „Der Salzburger Gesundheitsreferent setzt beim Thema OP-Wartezeiten an der falschen Stelle an", sagt der ÖÄK-Vizepräsident Mayer.

Laut einem Bericht in den Salzburger Nachrichten erfüllen neben Musterschüler Niederösterreich und Tirol vier weitere Bundesländer die Anforderungen des Krankenanstaltengesetzes und zeigen mehr oder weniger detailliert OP-Wartezeiten sowie Einblick in die Anzahl der für Operationen Vorgemerkten, inklusive Anzahl der Sonderklassepatienten.

Neben Salzburg sind auch für Kärnten und die Steiermark keine Listen im Internet auffindbar. Geht es nach Ressortchef Christian Stöckl, dann bleibt das so. Seiner Meinung nach haben lange Wartelisten für Operationen andere Gründe. "Leider stellt sich auch bei den Wartezeiten das vom damaligen SPÖ-Sozialminister total überzogene Ärztearbeitszeitgesetz als riesiges Problem dar. Dadurch ist es nämlich so gut wie unmöglich geworden, zusätzliche Operationen kurzfristig zu organisieren bzw. zusätzliche Operationstermine zu vereinbaren, was früher möglich war", so Stöckl. Seit 2015 ist die Arbeitszeit von Spitalsärzten auf durchschnittlich 48 Wochenstunden limitiert.

Quelle: https://www.sn.at/salzburg/politik/keine-op-listen-im-internet-stoeckl-setzt-gesetz-nicht-um-74413609
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Dazu erschien nun folgende Reaktion der Österreichischen Ärztekammer:


ÖÄK-Mayer: Patientenschutz statt Fließbandabfertigung

Der Salzburger Gesundheitsreferent setzt beim Thema OP-Wartezeiten an der falschen Stelle an, sagt der ÖÄK-Vizepräsident.

Mit Unverständnis reagiert Harald Mayer, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) und Bundeskurienobmann der angestellten Ärzte, auf die aktuellen Äußerungen des Salzburger Gesundheitsreferenten Christian Stöckl. Dieser hatte das geänderte Ärztearbeitszeitgesetz als Grund für lange Wartezeiten auf OP-Termine genannt, weil es kurzfristige und zusätzliche Operationstermine verhindere. „Dieses Gesetz, das 2014 zum Schutz der Ärztinnen und Ärzte und auch der Patientinnen und Patienten abgeändert wurde, kann nicht schuld an organisatorischen Mängeln sein", sagt Mayer.

Gerade für Ärztinnen und Ärzte muss sichergestellt sein, dass sie nicht wegen Übermüdung oder wegen eines unregelmäßigen Arbeitsrhythmus sich selbst, ihre Kollegen oder Patienten gefährden. „Natürlich wäre es für das Land mit weniger Aufwand verbunden, wenn die Ärzte wie früher 60 Stunden pro Woche arbeiten würden und man ihren Dienstplan zu allen Tages- und Nachtzeiten mit OP-Terminen vollstopfen könnte – eine patientensichere und zukunftsfähige Lösung ist das aber sicher nicht", so Mayer: „Patientenschutz schließt eine Fließbandabfertigung aus."

„Wenn die Funktionalität eines Systems also davon abhängt, ob man Ärztinnen und Ärzten ungenügende Ruhezeiten geben und somit die Patientensicherheit gefährden kann, dann liegt der Fehler doch eindeutig am System", unterstreicht Mayer. Falls das Land Unterstützung bei einer Spitalsorganisation brauche, die nicht auf der Ausbeutung von Ärztinnen und Ärzten beruht, stehe man gerne mit konstruktiver Expertise zur Verfügung. „Lösungsvorschläge haben wir genügend anzubieten, unsere Tür steht immer offen", sagt Mayer.


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