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Verspannter Rücken

Was das Kreuz stärkt und was ihm schadet

Von Mag. Wolfgang Bauer

 

Haben Sie gewusst, dass man bei 80 bis 90 Prozent Rückenschmerz-Geplagten vergeblich nach den Ursachen sucht? Dass bei ihnen keine krankhaften Veränderungen an der Wirbelsäule vorliegen? Die Bandscheiben sind intakt, die Wirbel nicht verschoben, die Nerven im Bereich der Wirbelsäule nicht unter Druck. Und trotzdem kommt es zu Schmerzen, die als unspezifische Rückenschmerzen Haus- und Fachärzte auf Trab halten. „Diese Rückenschmerzen sind auch von volkswirtschaftlicher Bedeutung, denn rund 400 Millionen Krankenstandstage pro Jahr gehen auf deren Konto", sagt Dr. Waltraud Stromer, Fachärztin für Anästhesie und allgemeine Intensivmedizin in Horn sowie Mitglied des Vorstands der Österreichischen Schmerzgesellschaft. Nur bei zehn bis 20 Prozent der Fälle ist die Ursache klar, etwa weil ein Bandscheibenvorfall vorliegt.

Rücken unter Druck

An und für sich ist der Rücken ein stabiler Teil des Körpers, mit großen und kräftigen Muskeln, dazu kommen Knochen, Sehnen, Bänder – alles Komponenten, die im komplexen Zusammenspiel einiges aushalten. Warum tut der Rücken trotzdem so häufig weh? Weil er das Zentrum des Bewegungsapparates darstellt, wir uns aber viel zu wenig bewegen. Ein Bewegungsapparat, der nicht bewegt wird, kann eben Probleme machen. Nicht von ungefähr bezeichnen Experten eine sitzende Lebensweise als das neue Rauchen.

Zum Bewegungsmangel gesellt sich noch eine schlechte Haltung – etwa beim stundenlangen Arbeiten am PC. Auch Übergewicht, eine falsche Technik beim Heben und Tragen von Lasten, Stress und psychische Anspannung sowie zu große Belastungen beim Sport können bewirken, dass die Spannung in bestimmten Muskeln oder Muskelgruppen steigt. Angespannte Muskulatur wird schlechter durchblutet und mit Sauerstoff versorgt, sie verhärtet, verspannt im wahrsten Sinne des Wortes – was Schmerzen bereitet. Was also tun?

 

Dr. Alexander Henhapl
Facharzt für Orthopädie in Salzburg

Fachärztlicher Kommentar:

Gezieltes Training der Rückenmuskulatur hilft, Rückenschmerzen gar nicht erst entstehen zu lassen. Mangel an Bewegung und einseitige Körperhaltung führen  nicht nur zu einem Muskelabbau, sondern auch zu einer Über- bzw. Fehlbelastung anderer Muskeln im Sinne von Muskeldysbalancen. Diese verursachen  weitere Beschwerden und können bei längerer Dauer zu einer Verselbstständigung des Schmerzes führen, was dem Entstehen chronischer Beschwerden Vorschub leistet. Gezieltes Muskeltraining zur Kräftigung der stabilisierenden Muskulatur für den Rücken, adäquate Bewegung und sportliche Betätigung sind die tragenden Säulen der Rückenschmerztherapie. Natürlich sind die Ursachen von Rückenschmerzen unterschiedlich und sollten orthopädisch abgeklärt werden, wenn sich unter den empfohlenen Maßnahmen keine Besserung der Symptomatik einstellt.

  


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