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Sind Männer Gesundheitsmuffel?

Nein, prinzipiell nicht. Aber sie neigen dazu, Beschwerden lange Zeit zu verharmlosen.

Von Mag. Silvia Feffer-Holik

 

Solange der Körper funktioniert – Job, bei Extremsportarten, beim Sex – besteht für viele Männer kein Handlungsbedarf. Auch erste Alarmzeichen werden gerne ignoriert: Schmerzen, stressbedingte Erschöpfung oder auch Luftnot sind keine wirklichen Gründe gleich zum Arzt „zu rennen". Je jünger Männer sind, desto seltener suchen sie ärztliche Hilfe, sei es aus Angst vor der Diagnose oder auch weil es mit dem Eigenbild von „fit, stark und leistungsfähig" nicht zusammenpasst.

Wie bekommt man nun Männer dazu, sich mal beim Arzt „durchchecken" zu lassen – auch und besonders dann, wenn nichts wehtut, wenn zumindest vordergründig „eh alles funktioniert"?  Erkrankungen wie Diabetes, Gefäßverengungen oder auch Krebs verursachen lange Zeit keine spürbaren Beschwerden. „Männer lieben ihre Kinder, ihre Frauen, ihre Partner – ihnen zuliebe gehen sie schon zum Arzt, zur Vorsorgeuntersuchung, aber auch erst, wenn sie älter sind. Das bringt viel, wenn Vertraute Männern nahelegen, auf ihre Gesundheit zu schauen", betonte Prof. Dr. Wolfgang Rutz von der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Coburg  und ehemaliger Leiter des WHO Bereiches psychische Gesundheit in Europa im Rahmen einer Enquete zum Thema Männergesundheit.

Nicht nur körperliche Beschwerden werden von Männern lange ignoriert, auch psychische Probleme machen ihnen oft zu schaffen. Wolfgang Rutz: „Männer tun sich oft viel schwerer, sich Veränderungen einzugestehen bzw. damit umzugehen. Scheidung, soziale Isolation, Arbeitslosigkeit oder auch permanenter Leistungsdruck und Überlastung führen oft zu Depressionen und Erschöpfungszuständen. Bis diese behandelt werden, vergehen oft bis zu sechs Jahren." Und er führt noch einen wichtigsten Aspekt an: „Aggressivität und Gereiztheit können ein Ausdruck von versteckter Depression sein – auch dafür, dass Mann Hilfe braucht."

 

Dr Thomas Kunit

Ltd. & 1.OA Universitätsklinikum der PMU

Stv. Fachgruppenobmann für Urologie für die Ärztekammer für Salzburg

Wahlrarzt

www.drkunit.at

 

 

 

 

 

 

Urologische Vorsorge – Kurz zusammengefasst

Die urologische Vorsorge beim Mann hat das Ziel potentiell tödliche Erkrankungen früh zu entdecken und dadurch eine Heilung zu ermöglichen. Zu diesen Erkrankungen zählen der Prostatakrebs, der Blasenkrebs, der Nierenkrebs sowie bösartige Erkrankungen des Hodens. Alle diese Erkrankungen haben gemeinsam, dass sie im Frühstadium, also wenn man noch eine Heilung erzielen kann, keine Symptome hervorrufen. Darum ist es so wichtig rechtzeitig mit einer Vorsorge zu beginnen.

Zu den klassischen Vorsorgeuntersuchungen des urologischen Facharztes gehören eine Harnuntersuchung, eine Ultraschalluntersuchung, ein Bluttest und eine körperliche Untersuchung. Aber gerade beim Hodentumor ist es wichtig, dass junge Männer sich regelmassig selbst am Hoden untersuchen, um eventuelle Verhärtungen festzustellen zu können, welche dann mittels Ultraschall weiter abgeklärt werden müssen.

In der Harnuntersuchung können durch den/die Facharzt/in kleinste Blutspuren entdeckt werden. Diese sogenannte Mikrohämaturie kann ein erstes Zeichen für einen Blasenkrebs sein. Durch eine Blasenspiegelung würde dann eine weitere Abklärung erfolgen.

Im Rahmen der Ultraschalluntersuchung werden die Nieren, die Blase und die Prostata genauer untersucht. Gerade kleine Nierentumore, welche heutzutage minimal invasiv entfernt werden können, werden häufig durch diese Untersuchung zufällig entdeckt.

Die Blutabnahme dient der Bestimmung des PSA Wertes. Dies ist ein Enzym, dass nur in der Prostata gebildet wird und als Tumormarker für das Prostatakarzinom gilt. Es muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass eine PSA Erhöhung nicht immer auf einen Prostatakrebs zurück zu führen ist. Daher darf der PSA Wert nur im Kontext mit anderen Untersuchungen gesehen werden und sollte daher immer bei einem urologischen Facharzt besprochen werden.

Zusammenfassend möchte ich betonen, dass urologische Vorsorge gerade beim Prostatakrebs die Heilungschancen deutlich verbessert und die Sterblichkeit verringern kann.

Vorsorge „tut nicht weh" und sollte auch im Bewusstsein der Männer einen fixen Stellenwert haben.  

Dr. Peter Kowatsch
Arzt für Allgemeinmedizin
Referent für Prävention,
Gesundheitsförderung und Gesundheitsstrategie

zur Vorsorge Allgemein:

Vorsorgeuntersuchungen sind ein wichtiger Bestandteil einer vernünftigen Gesundheitsvorsorge und eine Gelegenheit sich vom Hausarzt durchchecken und beraten zu lassen.

Bei gesunden Männern zahlt es sich aus, zumindest 1x zwischen dem 20 und 30 Lebensjahr zu einer Gesundenuntersuchung zu gehen.  Ab 40 ig alle 2-3 Jahre und ab dem 50iger alle Jahre.

Tipps zum Gesundbleiben:

1) Es zahlt sich aus gesund und leistungsfähig zu bleiben

2) Bewegung ist in jeder Form gesundheitsfördernd und wichtig (3-4x wöchentlich)

3) Essen sie gut und nehmen sich Zeit dafür. 1-2x wöchentlich am Abend nichts zu Essen ist gesundheitsstärkend

4) Achten sie auf ihre soziales Umfeld und gestalten sie es positiv

5) Vergessen sie nicht den Genuss. Der sollte auch nicht zu kurz kommen.

  

 


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