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Hypnose

Mit der jahrtausendealten Technik der Hypnose kann man Schmerzen bewältigen, Ängste abbauen oder heilsame Zugänge zum Unbewussten schaffen.

Von Mag. Wolfgang Bauer

 

Bei einer Hypnosebehandlung bilden Arzt und Patient ein Team. „Wir Ärzte fungieren als Begleiter", sagt Dr. Allan Krupka, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für ärztliche und zahnärztliche Hypnose. Der Patient muss also bereit sein für eine Hypnosebehandlung und mitarbeiten. Sonst funktioniert sie nicht. Der Hypnotiseur (Arzt, Zahnarzt oder Psychotherapeut) lenkt mit ruhiger Stimme und mit positiven Formulierungen die Aufmerksamkeit. Manchmal werden Patienten in der Hypnose auch berührt oder der Behandler geht beim Sprechen mit dem Atemrhythmus des Patienten mit.  

Die Psychotherapeutin und Schlafforscherin Dr. Brigitte Holzinger vergleicht Hypnose mit der Entspannungsmethode des Autogenen Trainings: „Hypnose ist wie eine Tiefenentspannung bei hoher Konzentration." Der Zustand der Hypnose schaffe aber einen besseren Zugang zum Unbewussten, denn die Kontrolle des Denkens werde herabgesetzt. Das könne man nutzen, um das Verhalten zu beeinflussen oder zu verändern, zum Beispiel bei Patienten mit Ängsten oder Phobien.  

Bewusst herbei geführte Trancezustände werden aber auch in anderen therapeutischen Bereichen eingesetzt, u.a.:

  • zur angenehmeren Durchführung von Untersuchungen wie einer Darmspiegelung oder – wie eingangs erwähnt – von zahnärztlichen Behandlungen
  • zur Behandlung des Reizdarmsyndroms
  • zur Reduktion von chronischen Schmerzen
  • zur Bewältigung von Schlafstörungen
  • zur Raucherentwöhnung
  • zur Gewichtskontrolle
  • zur Bewältigung von Tinnitus

Einer Hypnosebehandlung geht meist eine Vorbesprechung voraus. Der Arzt/Zahnarzt/Psychotherapeut geht mit dem Patienten seine Krankengeschichte durch. Dann macht er in vielen Fällen mit dem Patienten eine Leerhypnose, eine Art Trockentraining. Wenn das zur Zufriedenheit beider verläuft, kann beim nächsten Termin die eigentliche Hypnose durchgeführt werden.

 

 

 

 

Dr. Martina Jeßner

Fachärztin für Psychiatrie

 

In dem vorgestellten Artikel „Brücke zum Unterbewussten" zählt der Autor aktuelle medizinische und psychotherapeutische Anwendungsgebiete der Hypnose auf. Bei dieser Behandlung wird durch den Therapeuten eine Trance induziert, die einhergeht mit einer Aufmerksamkeitseinengung bei gleichzeitig erhöhter Aufnahmebereitschaft. Der Klient ist dem Therapeuten dabei nicht „willenlos ausgeliefert", sondern übernimmt nur jene Suggestionen, die mit seiner Wertewelt übereinstimmen.

Etwas ausführlicher beschrieben wird eine Zahnextraktion eines Extremsportlers, die bei einem Wiener Zahnarzt unter Hypnose durchführt wird. Der Bericht lässt wahrscheinlich so manchen Leser beunruhigt bzw. ungläubig zurück. Wie kann man freiwillig auf eine örtliche Betäubung verzichten wollen?

Es gibt aber viele Menschen, die tatsächlich ausgeprägte Ängste vor einer Zahnbehandlung oder Spritze haben bzw. auch solche, die ein Lokalanästhetikum nicht vertragen. Immer mehr Zahnärzte bieten zwischenzeitlich eine begleitende Hypnosebehandlung an.

Meistens führen die Zahnärzte vor der ersten Behandlung ein „Trockentraining" mit den Patienten durch, denn die Hypnose kann nur funktionieren, wenn ein gutes Vertrauensverhältnis aufgebaut wird und die Patienten sich auf eine Behandlung einlassen möchten.

Tatsächlich können kleinere Operationen in Hypnose  auch ohne Anästhesie durchgeführt werden. Oftmals wird ein Anästhetikum bereitgestellt, falls dennoch Schmerzen wegen zu geringer Suggestibilität auftreten.

Die speziellen Suggestionen unter Hypnose können die Reizverarbeitung beeinflussen, nachgewiesen wurde eine Dissoziation der sensorischen und affektiven Komponenten der Schmerzverarbeitung.

Ist die Hypnose eine Brücke zum Unterbewussten?

Ja, eine von vielen… Durch die  Fokussierung der Aufmerksamkeit nach innen und Zurückschalten des kritischen Denkens wird die Kontaktaufnahme mit unbewussten Anteilen begünstigt.

Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse,  beschäftigte sich anfangs intensiv mit der Hypnose, um die Dynamik des Unbewussten zu erkunden. Er gab die Methode allerdings wieder auf, nachdem er bei seinen Patientinnen wenige anhaltende Heilungen erzielen konnte. Ein Grund dafür war, dass der unbewusste Widerstand der Patienten gegen eine Veränderung damals zu wenig beachtet worden waren.

Zwischenzeitlich hat sich die Hypnose weiterentwickelt und hat sowohl von der Psychoanalyse als auch von andern Therapieformen Einsichten übernommen, die die Hypnose bereichern.

Das Unbewusste in der Hypnose ist zu verstehen als ein Speicher latenter Ressourcen, also von Fähigkeiten und Erlebnismöglichkeiten, die im Zustand der hypnotischen Versenkung kontaktiert und auf allgemeine Probleme angewandt werden können.

Die hypnotischen Phänomene sind kontrollierbar und können verstärkt bzw. auch abgeschwächt werden( sind also eher im Vorbewussten angesiedelt).

Die Hypnose will  vorrangig lösungsorientiert arbeiten. Sie orientiert sich an die gesunden Anteile der Persönlichkeit und möchte die Selbstheilungskräfte aktivieren. Dabei spielen unwillkürliche Reaktionen sowie implizite Lern- und Gedächtnis-Prozesse und visualisierende Imaginationen eine große Rolle.

Bei der Hypnose Psychotherapie werden sowohl Kurztherapien als auch Langzeittherapien angeboten. Zu Beginn der Therapie werden Ziele vereinbart. Das „Trancethema" wird gemeinsam besprochen und erläutert und anschließend nachbesprochen. 

Hypnose alt- Hypnose neu:

Die Patient-Therapeut Beziehung hat sich von einer ursprünglich autoritären( Auftrag und Gehorsam), wie wir sie von der  „Bühnenhypnose" kennen,  zu einer kooperativen Arbeitsbeziehung hin entwickelt. Hier werden die Aufträge zwischen Patient und Therapeuten ausgehandelt . Der Therapeut erläutert sein Vorgehen, um verstehendes Einverständnis zu bekommen.

In der standardisierten Beziehung werden  z. B. Audio CDs verwendet.

 

Ist die Hypnose ein Zaubermittel?

Nein! Leider wird die Hypnose manchmal unseriös vermarktet , indem sie garantierten Erfolg in kurzer Zeit verspricht. Nach wie vor gibt es viele Fehlinformationen  in der Bevölkerung. Das ist sehr schade, da die Hypnose sehr viele Möglichkeiten bietet.

Ausschau: Die Hypnose kann im medizinischen Bereich sehr hilfreich sein, da sie die  Durchführung von Untersuchungen erleichtern kann, zur Reduktion von Schmerzen beitragen kann, Raucherentwöhnung und Gewichtskontrolle unterstützen kann, etc. Durch die Anleitung zur Selbsthypnose kann die Selbstkontrolle gesteigert werden. Sie bietet auch eine gute Hilfe beim Stressabbau und beim Einüben von Entspannungstechniken an und kann somit helfen, eigene Ressourcen besser zu nutzen.

In der Hypnose Psychotherapie werden sowohl Kurz- als auch Langzeittherapien angeboten, wobei mit einem tiefenpsychologisch fundierten Ansatz gearbeitet wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

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